Arctodiaptomus spinosus

 

Arctodiaptomus spinosus zählt innerhalb der Krebstiere zu den sogenannten „Hüpferlingen“. Diese Gruppe von Krebsen schlägt blitzartig mit allen Beinchen gleichzeitig nach hinten und kann sich so hüpfend fortbewegen – daher der Name.

mehr erfahren...
Arctodiaptomus spinosus mit Daphnien

Arctodiaptomus spinosus gehört zur Gruppe der Copepoden. Zur Fortbewegung schlagen diese Organismen blitzartig mit den Beinpaaren nach hinten, weshalb die Artengruppe auch Hüpferlinge oder Ruderfußkrebse genannt wird. Die großen, fühlerartigen Antennen dienen zum Balancieren und Schweben im Wasser. Die Männchen besitzen verdickte Antennen mit denen sie die Weibchen während der Paarung festhalten können. Die Weibchen tragen je nach Artengruppe entweder einen oder zwei Eisäcke am Hinterleib.

Der Ruderfußkrebs Arctodiaptomus spinosus ist eine Charakterart stark salziger Sodalacken im Seewinkel. Der oft rot gefärbte Kleinkrebs tritt vor allem in den am höchsten konzentrierten Lacken wie dem Oberen Stinkersee auf. Der ausgesprochene Sodaspezialist kommt auch in den großen Sodasseen Asiens vor – zum Beispiel im Van-See in der Osttürkei. Im Seewinkel hat er sein westlichstes Verbreitungsgebiet.

Der Seewinkel ist eine der trockensten und wärmsten Regionen in Österreich. An durchschnittlich 61 Tagen steigt die Temperatur über 25°C und die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt jährlich nur 640 mm. Hohe sommerliche Temperaturen, wenig Niederschlag und starke Winde bedingen hohe Verdunstungsraten.

Unter diesen klimatischen Bedingungen fallen die seichten Seewinkellacken in der warmen Jahreszeit, je nach den Wetterbedingungen des jeweiligen Jahres, zum Teil oder manchmal auch zur Gänze trocken. Bevor die Lacken austrocknen, konzentriert sich durch die Verdunstung das Salz extrem stark auf, was ein hohes Maß an Anpassung von den lackenbewohnenden Organismen erfordert.

Aber der hohe Salzgehalt ist nicht der einzige Stressfaktor in den Sodalacken. Da die Salzlacken oft nur wenige Zentimeter tief sind, heizen sie sich bei hochsommerlichen Temperaturen schnell auf und erreichen dabei häufig Temperaturen um die 30°C – während der Nacht kühlen sie jedoch auch schnell wieder aus. Dabei können Tag/Nacht-Temperaturunterschiede von über 10°C entstehen. Unter diesen Bedingungen können nur wenige speziell angepasste Arten wie Arctodiaptomus spinosus überleben. Diese kommen aber oft in hoher Individuenzahl vor. Manchmal färben sich die Lacken kurz vor der Austrocknung aufgrund eines Massenauftreten dieser Kleinkrebsart blutrot. Will man diese kleinen Tierchen bestaunen, so macht man am Besten im Sommerhalbjahr bei einer Mirkokosmos-Exkursion des Nationalparks mit. Dabei kann man die kleinen Krebschen unter dem Mikroskop betrachten.

Förderleiste