Daphnia sp.

 

Blattfußkrebse der Gattung Daphnia werden auch als „Wasserflöhe“ bezeichnet, da sie nur wenige Millimeter groß sind und sich hüpfend im Wasser fortbewegen. Sie haben eine spezielle Fortpflanzungsstrategie entwickelt, um mit extremen Bedingungen in Gewässern fertig zu werden.

mehr erfahren...

Als Wasserflöhe werden alle Blattfußkrebse der Gattung Daphnia bezeichnet. Sie gehören zur Gruppe der Krebstiere, zu der auch größere Exemplare, wie etwa der Hummer oder der Flusskrebs, zählen. Sie alle sind aus mehreren Körpersegmenten zusammengesetzt und besitzen ein festes Außenskelett, sodass Wachstum nur über Häutungen möglich ist.

Durch ruckartige Schläge mit den sogenannten zweiten Antennen entsteht die für Wasserflöhe typische, hüpfende Fortbewegungsweise. Daher kommt der Name „Floh“ – mit den echten Flöhen sind diese kleinen Krebse jedoch nicht verwandt. Blattfußkrebse fressen Algenaufwuchs oder filtrieren kleine Plankton-Organismen. Manche ernähren sich sogar räuberisch. Beim Wasserfloh wird mithilfe der Beinpaare Wasser durch eine Öffnung der umgebenden Schale eingesaugt. Dabei werden Nahrungspartikel ausgefiltert und zu den Mundwerkzeugen geschoben. An der Färbung des Darms lässt sich erahnen, welche Nahrung das Tierchen kürzlich zu sich genommen hat.

Wasserflöhe in den Salzlacken haben eine besondere Strategie um in den periodisch austrocknenden Gewässern überleben zu können. Im Frühjahr wenn die Lebensbedingungen optimal sind, warme Temperaturen herrschen und genug Wasser in den Lacken ist, pflanzen sich die kleinen Krebschen durch sogenannte Jungfernzeugung fort. Dabei produzieren die Weibchen Nachwuchs ohne dazu Männchen zu brauchen. Aus den sogenannten Jungferneiern, die die Weibchen bis zum Schlüpfen der Jungtiere mit sich herumtragen, schlüpfen Klone des Muttertieres. Auf diese Art können sich Wasserflöhe rasch vermehren, sodass die guten Bedingungen im Frühjahr optimal ausgenutzt werden können. Beginnt jedoch die Austrocknung der Lacken stellen die Weibchen Eier her, aus denen Männchen schlüpfen. Diese haben die Aufgabe, die nächsten Eier zu befruchten. Daraus entwickeln sich dann widerstandsfähige Dauereier. Trocknet die Lacke aus, sterben die Elterntiere, während die Nachkommenschaft in den Dauereiern überlebt. Auch der kälteste Winter macht ihnen in diesem Stadium nichts aus. Im nächsten Frühjahr, wenn die Faktoren im Lebensraum wieder passen, schlüpft dann die nächste Generation Weibchen.

Die häufigste Art im Seewinkel ist Daphnia magna. Sie kann bis zu vier Millimeter groß werden – für einen Wasserfloh sehr groß. Im Sommerhalbjahr besiedelt diese Art die Lacken oft in großen Schwärmen.

Bei einer Mikrokosmos-Exkursion des Nationalparks kann man die kleinen Wasserflöhe stark vergrößert im Mikroskop beobachten.

 

tl_files/images/Tiere und Pflanzen/Arteninfos/Logo_EU_LEADER_Bgld_L_RGB_mit_Rand.jpg