Distelfalter

Vanessa cardui

Der Distelfalter ist ein Meister des Fliegens. Mehrere tausend Kilometer kann ein Individuum dieser besonderen Wanderfalter-Art zurücklegen. Um Kraft zu sparen nützt er günstige Luftströmungen aus und fliegt dabei in bis zu 1000 m Höhe! 

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Der Distelfalter ist mit Ausnahme von Südamerika und der Antarktis auf allen Kontinenten zu finden. Das macht ihn unter allen Tagfaltern zu jenem mit dem größten Verbreitungsgebiet!

Er zählt zur Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Sein Name lässt, wie bei vielen anderen Schmetterlingen, auf die Futterpflanze der Raupe schließen.

Merkmale:
Die Flügeloberseite des Distelfalters ist schwarz, weiß und orange gefleckt. Ihre Unterseite ist unauffällig weiß-braun marmoriert mit einer Reihe an großen Augenflecken am Außenrand. In sitzender Position sind seine Flügel nach oben hin zusammengeklappt oder flach ausgebreitet. Es wirkt so als hätte der Distelfalter nur 4 Beine, da seine Vorderbeine zu Putzpfoten umgebildet sind und nicht mehr zum Gehen dienen. Die Raupen sind sehr variabel gefärbt – von graugrün bis schwarz mit gelben Flecken und Querstreifen. Sie werden etwa 40 mm lang und besitzen an jedem Segment einen Ring von in sich verzweigten Dornen.

Spannweite: 45 - 60 mm.

Die Eier werden einzeln an den Blättern der Futterpflanze abgelegt. Die Raupe hält sich zwischen lose zusammengesponnenen Blättern verborgen. Ihre Puppen hängen frei an der Futterpflanze (Stürzpuppe).

Besonderes:
Der Distelfalter zählt zu den flugtüchtigsten Schmetterlingen. Als Wanderfalter, der in mehr oder weniger großen Schwärmen zieht, startet der Distelfalter ab Ende März seine Wanderung vom nördlichen Afrika ins Mittelmeergebiet, wo er sich fortpflanzt. Die Nachkommen dieser ersten Wanderungswelle erreichen im Mai und Juni Mitteleuropa. Bei uns bringen sie dann weitere 1 - 2 Nachfolgegenerationen hervor. Da eine Überwinterung in Mitteleuropa für sie nicht möglich ist, treten die hier erwachsen gewordenen Tiere die Wanderung zurück Richtung Süden an. Viele Falter überleben diese Reise nicht, da die Überquerung der Alpen im Herbst durch Schlechtwetterereignisse oft zu einer tödlichen Gefahr wird.
 
Vorkommen:
Distelfalter können beinahe alle offenen, trockenen Lebensräume besiedeln. Förderlich für das Auftreten der Falter ist Blütenreichtum. Im Seewinkel sind daher die Hutweidebereiche um die Lange Lacke aber auch das Seevorgelände und die extensiven Mähwiesen sehr gute Beobachtungsorte.
 
Futterpflanzen:
Die Raupen haben ein breites Spektrum an Futterpflanzen: Gemeine Kratzdistel, Acker-Kratzdistel, Kohldistel, Große Brennnessel, Kletten, Malven, Beifuß, Flockenblumen, u.v.a.

Die Falter ernähren sich vom Nektar ganz unterschiedlicher Blütenpflanzen, den sie mit ihrem Saugrüssel aufnehmen. Dabei bevorzugen sie Blüten mit langen engen Kronenröhren, wie Sommerflieder. Sie Saugen auch gerne an offenen Bodenstellen, aber nur selten an Fallobst und Exkrementen.

Beobachten:
Nach dem jährlichen Einflug nach Mitteleuropa im Mai/Juni sind die Falter bis in den September hinein zu beobachten. Sie sind sehr flinke und schnelle Flieger, die sich gerne im Zickzackflug fortbewegen.
 

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