Donau-Kammmolch

Triturus dobrogicus

Der kleinste und grazilste Vertreter der Kammmolche, der Donau-Kammmolch, kommt in Österreich in den östlichen Flach- und Beckenlagen, sowie den Tiefebenen der Donau vor. Der hohe und stark gezackte Rückenkamm der Männchen während der Balz ist Namensgeber dieser Tiere.

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Lebensraum:
Der Donau-Kammmolch ist im gesamten Donau-Einzugsgebiet östlich von Wien beheimatet, ein großes Verbreitungsgebiet findet man im Karpatenbecken, ein anderes entlang der Donau in Rumänien und Bulgarien.
Bevorzugt hält er sich in Höhenstufen von 200 – 600 m auf, wurde aber auch schon in höheren Lagen bis zu 1700 m angetroffen.
In Österreich findet man den Donau-Kammmolch in östlichen Flach- und Beckenlagen, sowie in den Tiefebenen der Donau und der Theiß.
Auwälder, Grünland und Feuchtwiesen gehören zu den primären Habitatstypen.
Als Laichgewässer dienen Altwasser, Tümpel und Wassergräben aber auch Überschwemmungsflächen mit viel Pflanzenbewuchs.
 
Merkmale:
Der Donau-Kammmolch wird 12 - 16 cm groß, wobei Weibchen in der Regel größer sind. Bei vielen Molchen, so auch beim Donau-Kammmolch, unterscheidet man zwischen einer schlichten ‚Landtracht‘ und einer ‚Wassertracht‘ für die Balz‚ deren Wechsel mit dem alljährlichen Habitatswechsel einhergehen. Im Allgemeinen hat der Donau-Kammmolch eine dunkle, rotbraun bis gräuliche Oberseite mit schwarzer Befleckung. Die Unterseite bis zur Kehle ist meist leuchtend orange mit schwarzen Flecken, die Kehle selbst ist dunkel bis schwarz mit feinen weißen Punkten.

Während der Paarungszeit haben die Männchen einen hohen, gezackten Rückenkamm und ein perlmuttfarbenes Längsband am Schwanz.

Ökologie:
Donau-Kammmolche sind außerhalb der Paarungszeit dämmerungs- und nachtaktiv, sie orientieren sich mittels Geruch. Sie haben eine Aktivitätsperiode von März bis November, sind bis zu 6 Monate im Wasser und überwintern in den Laichgewässern selbst oder in bestehenden Höhlen, unter Steinen oder mitunter in Kellern.

Erwachsene Donau-Kammmolche ernähren sich hauptsächlich von Wasserinsekten, Egeln und Schnecken, die Molchlarven hingegen ernähren sich hauptsächlich von wirbellosen Wassertieren. Andererseits sind Molche und ihre Larven begehrte Nahrung für unzählige Wasserinsekten, Fische und Vögel.

Donau-Kammmolche werden durchschnittlich 3 Jahre alt, können aber ein Alter von 10 Jahren erreichen.

Die Geschlechtsreife wird mit etwa 2 - 3 Jahren erreicht. Während der Paarungszeit sind die Geschlechter leicht unterscheidbar, da das Männchen einen besonders hohen, tief gezackten Rückenkamm aufweist, der eine entscheidende Rolle beim ausgeprägten Balzverhalten dieser Art spielt: die Männchen präsentieren den Kamm, machen einen ‚Katzenbuckel‘ und schnalzen, auf den Vorderfüßen stehend, mit dem Schwanz, damit das darauf befindliche silbrige Längsband, das als optisches Signal dient, zur Geltung kommt. Die Paarung findet von Ende März bis Juni statt. Es handelt sich dabei um eine innere Befruchtung. Das Männchen setzt ein Samenpaket ab, worauf das Weibchen dieses aufnimmt und nach einigen Tagen mit der Eiablage beginnt. Es werden 200 - 400 Eier im Laufe von 1 - 3 Monaten einzeln an Wasserpflanzen befestigt.

Larven schlüpfen je nach Witterung 10 - 20 Tage nach der Eiablage und benötigen 8 - 16 Wochen zur fertigen Entwicklung.

Der Donau-Kammmolch im Seewinkel:
Der Donau-Kammmolch kommt im Seewinkel vor allem in klaren und nicht getrübten Gewässern vor. Beim Amphibienmonitoring 2010 wurden adulte Tiere in 10 Gewässern und Laich bzw. Larven in 12 Gewässern nachgewiesen.

Molche kann man bei ihren Wanderungen im März und April und von September bis Oktober antreffen. Ausgewiesene Wege entlang oder durch die Puszta des Nationalparks sind gute Möglichkeiten für Beobachtungen. In den Monaten von April bis August trifft man sie in den verschiedensten Gewässern an.

Gefahren, Schutz und Management:
Oberste Priorität hat der Schutz der Lebensräume, denn das Verschwinden geeigneter Wasserstellen (z.B.: Lacken, Überschwemmungsflächen) hat ein Abwandern oder Aussterben der betroffenen Amphibienpopulationen zur Folge.

Managementpläne bzgl. Mahd, Schilfschnitt und Beweidung sind daher von großer Bedeutung: für Molche ist eine zu intensive Beweidung aufgrund des daraus resultierenden Vegetationsverlustes nachteilig. Schilfschnitt hingegen ist positiv zu bewerten, da dadurch freie Wasserflächen geschaffen werden und es somit im Frühjahr zur stärkeren Besonnung des Gewässers kommt.

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