Feldgrille

Gryllus campestris

Die Feldgrille ist als wärme- und trockenheitsliebendes Insekt oft an Südhängen von Boschüngen zu finden, da sich diese im Frühling rasch erwärmen. Dort gräbt sie eine Röhre in den Boden, in die sie sich bei Gefahr blitzschnell zurück ziehen kann.

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Die Feldgrille ist in der alten Welt von Europa und Nordafrika bis Westasien zu finden. Dabei erstreckt sich die Verbreitung innerhalb Europas vom Süden bis hin nach Südengland.
Sie ist glänzend schwarz bis braun mit kräftigen Beinen und langen dünnen Antennen. Die Innenseiten der Hinterbeine sind rötlich bis rot gefärbt.
Feldgrillen können nicht fliegen, sind dafür aber hervorragende Läufer. Sie sind Allesfresser, bevorzugen aber pflanzliche Nahrung.
 
Besonderes
Die Männchen verfügen über mehrere Gesangsformen: neben dem gewöhnlichen Gesang werben sie mit Gesang um die Weibchen oder versuchen, durch Zirpen einen Rivalen zu vertreiben. Gelingt dies nicht, kann es mitunter zu tödlichen Kämpfen kommen.
An den Flügelkanten sitzen Schrillzähne aus Chitin. Die Männchen streichen beide Flügel übereinander und erzeugen dadurch das markante Zirpen. Unter den richtigen Bedingungen kann man es bis zu 50 m weit hören.
Weibliche Feldgrillen können nicht zirpen. Sie besitzen aber sehr empfindliche Schallrezeptoren (Tympanalorgane) an den Vorderbeinen.
 
Jahreszeitliches Auftreten und Lebensweise
Feldgrillen graben 10 - 20 cm tiefe, ca. 2 cm breite Röhren, in denen sie bei kleinsten Erderschütterungen blitzschnell Zuflucht suchen.
Grillenmännchen locken die Weibchen mit ihrem Zirpen an. Die Weibchen können die Männchen sehr genau aus bis zu 10 m Entfernung lokalisieren. Nach der Befruchtung legt das Weibchen an die 100 Eier in die Wohnröhre. Nach 2 - 3 Wochen schlüpfen kleine Nymphen, die den erwachsenen Grillen sehr ähnlich sind. Den Sommer über häuten sie sich bis zu 10 mal, ehe sie sich zum Überwintern in eine Erdröhre zurückziehen. Erst im folgenden Jahr wird aus dem letzten Nymphenstadium eine Grille.
 
Vorkommen im Seewinkel
Die wärme- und trockenheitsliebende Feldgrille meidet Feuchte und Nässe. Man findet sie daher an Südhängen, die sich im Frühling rasch erwärmen.
Die flugunfähigen Tiere bevorzugen magere, extensiv bewirtschaftete Wiesen und Weiden, bzw. schüttere, niedrig bewachsene Flächen. Bei intensiverer Bewirtschaftung weichen sie auf günstigere Kleinstlebensräume, wie Wegrand, Böschungen, Waldränder aus.
Der Seewinkel bietet mit seinen weit verbreiteten Halbtrockenrasen, Trockenrasen und Ackerbrachen einen günstigen Lebensraum, in dem man die Feldgrille überall antreffen kann, wobei sie aber keine großen Populationsdichten erreicht.
 
Beste Beobachtungsgebiete
Die Feldgrille ist im Seewinkel weit verbreitet. Aufgrund ihrer eher geringeren Populationsdichten und ihres Verhaltens braucht man aber etwas Geduld um die scheuen bodenlebenden Tiere zu entdecken. Es empfiehlt sich auf die beschrieben Kleinstlebensräume und Habitate im Raum Illmitz und Apetlon zu achten.
 
Schutzmaßnahmen
Feldgrillen leiden durch ihre Flugunfähigkeit stark an der Zersplitterung ihres Lebensraumes und der Isolation einzelner Populationen. Sie flüchten von intensiv bewirtschafteten Feldern und stark gedüngten Wiesen in Mikrolebensräume an Waldrändern, Böschungen und Wegrändern. Gerade deshalb sind die extensiv bewirtschafteten Bereiche des Seewinkels ein wichtiger Rückzugsort für die in Teilen Norddeutschlands bereits ausgestorbene Art.
 
 
Literatur
Zuna-Kratky Thomas et al. 2009: Verbreitungsatlas der Heuschrecken und Fangschrecken Ostösterreichs
 
Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft Berlin und Braunschweig (Presseinformation) 2002: Insekt des Jahres 2003 – Die Feldgrille
 

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