Gottesanbeterin

Mantis religiosa

Die Gottesanbeterin ist die einzige Fangschrecke Mitteleuropas. Sie ist eine tagaktive, stark optisch orientierte Jägerin, die reglos in Lauerstellung verharrt und ihre Nahrung mit speziellen Fangbeinen erbeutet. 

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Vorkommen:
Das Verbreitungsgebiet der Gottesanbeterin reicht von Afrika nordwärts bis Mitteleuropa und beinhaltet Vorkommen auf allen Kontinenten. In Österreich ist sie hauptsächlich im pannonischen Osten, aber auch in der Steiermark, Kärnten und im Mostviertel Niederösterreichs zu finden.
 
Verbreitung im Seewinkel:
Sie bevorzugt ausgedehnte Trocken- und Halbtrockenrasen mit starkem Insektenaufkommen, im Seewinkel ist sie aber aufgrund des trocken-heißen Klimas auch auf Feuchtwiesen anzutreffen.
 
Lebensweise:
Die Gottesanbeterin tritt in zwei Farbvarianten auf: gelbbraun oder grünlich. Die Umfärbung erfolgt mit den Larvalhäutungen als Anpassung an den jeweiligen Untergrund. Sie zählt zu den tagaktiven, stark optisch orientierten Jägern. Die Vorderbeine sind zu klappmesseratigen Fangbeinen umgestaltet, mit denen sie blitzartig nach der Beute schnappen kann. Diesen, in Ruhestellung gebetsartig gehaltenen Fangbeinen, verdankt sie auch ihren Namen.
Die Fangschrecken besitzen als einzige Tiergruppe ein unpaares Gehörorgan – an der Bauchseite des Brustabschnittes gelegen kann dieses Organ sogar Ultraschall wahrnehmen. Dies ermöglicht fliegenden Fangschrecken, Ortungslaute jagender Fledermäuse zu registrieren und auf diese mit Richtungsänderungen zu reagieren.
Bei der Paarung schleicht sich das Männchen vorsichtig von hinten an das Weibchen heran und springt dann auf dieses auf. Die Paarung dauert bis zu zwei Stunden und manchmal, aber keinesfalls immer, wird das Männchen dabei vom Weibchen gefressen. Fressbeginn ist dabei immer am Kopf, der Körper des Männchens kann aber auch ohne Kopf noch weiter kopulieren, da durch das Entfernen des Schädels das nervöse Zentrum für die Kopulationsbewegungen enthemmt wird.
 
Schutzmaßnahmen:
Durch Aufgabe der Viehhaltung Mitte des 20 Jhdt. und die daraus folgende Verbuschung vieler Flächen bzw. durch die Intensivierung der Landwirtschaft erlitt die Gottesanbeterin im Seewinkel einen deutlichen Bestandesrückgang. Durch das extensiv geprägte Flächenmanagement des Nationalparks und die Wiedereinführung der Beweidung auf vielen ehemaligen Wiesenflächen konnten geeignete Habitate zurück gewonnen werden, wodurch sich der Bestand wieder erholt hat.
 
Phänologie:
Die Gottesanbeterin zählt zu den hemimetabolen Insekten, also zu jenen Insekten, die bei ihrer Entwicklung kein Puppenstadium durchlaufen. Die ersten erwachsenen Tiere können ab Juli beobachtet werden, besonders auffällig werden sie aber im September, wenn die Weibchen mit aufgeblähtem Hinterleib zur Eiablage schreiten.
 
Beste Beobachtungsgebiete:
Hutweideflächen rund um Darscho, Lange Lacke, Geiselsteller

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