Grabwespen

Spheciformes

Grabwespen-Weibchen legen ihre Eier in selbstgegrabene Höhlen im Boden. Sie versorgen ihre Brut mit tierischem Eiweiß – die meisten Arten tragen Insekten in die Brutkammer ein, manche jagen Spinnen. Die Weibchen lähmen ihre Beutetiere dabei mit einem Stich und platzieren je ein Ei auf dieser. 

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Kreiselwespe (Bembix rostrata)
Die Grabwespen bilden eine Gruppe innerhalb der Wespen, die sehr nahe mit den Bienen verwandt ist. Der Name leitet sich von der grabenden Lebensweise dieser Tiere ab: Die Eiablage erfolgt in selbstgegrabenen Höhlen im Boden, in Stängeln oder in morschem Holz. Am Ende dieser Gänge wird in eine sogenannte Brutkammer jeweils ein Ei gelegt. Um ihren Nachwuchs mit Nahrung zu versorgen, jagen die Grabwespen nach Insekten, einige Arten haben sich auch auf Spinnen spezialisiert. Das Beutetier wird dabei durch einen Stich gelähmt und in die Brutröhre eingetragen. Durch die Lähmung des Beutetieres wird garantiert, dass dieses während der Entwicklung der jungen Grabwespe frisch bleibt.
23 der weltweit etwa 5.000 Arten sind auch im Seewinkel zu finden.
 
Besonderes
Viele Grabwespenarten sind sehr spezialisiert was ihre Beute betrifft. Einige sogar soweit, dass sie als Beutetier nur eine einzige Insektenart jagen.
Die Weibchen tragen zwar ausschließlich tierische Nahrung in die Nester ein, die erwachsenen Grabwespen sind aber Vegetarier und ernähren sich                                                                                               von Nektar und Pollen.
 
jahreszeitliches Auftreten und Lebensweise
Grabwespen sind sehr wärmeliebende Tiere. Nur während der Sonnenstunden sind sie bei der Nahrungssuche, beim Bau der Nester oder beim Eintragen der Beute zu beobachten.
Kühles, feuchtes Wetter und die Nacht verbringen Grabwespen gut versteckt in den selbst gegrabenen Nestern oder in Schutz bietenden Blüten.
Die neue Generation an Tieren schlüpft ab April bis zum Frühsommer. Gleich nach dem Schlupf werden die Weibchen befruchtet. Danach beginnen die Weibchen mit dem Bau des Nestes, bringen die Beute ein, legen dann ein Ei in die Brutkammer und verschließen die Zelle anschließend mit einem Deckel. Die Puppen überwintern und schlüpfen im nächsten Frühjahr.
 
Vorkommen im Seewinkel
Grabwespen benötigen zum Nisten trockene, warme und vor allem offene Standorte. Gerade die beweideten Flächen im Seewinkel bieten optimale Lebensräume.
Die extensiv genutzten Wiesen des Nationalparks mit ihren reichen Blütenvorkommen bieten den erwachsenen Grabwespen ausreichend Nahrung.
 
beste Beobachtungsgebiete
Besonders gute Beobachtungsplätze sind zum Beispiel die sandigen Bereiche am Sandeck südlich von Illmitz, die Sandflächen beim Albersee oder die Pferdeweiden im Seevorgelände südlich von Podersdorf.
 
Schutzmaßnahmen
Beweidung trägt zur Offenhaltung von Landschaften bei. Dies ermöglicht den Grabwespen geeignete Nistplätze zu finden.
Die späte Mahd erhält die blütenreichen Wiesen und stellt daher eine wichtige Managementmaßnahme dar.
 
Literatur
Hölzler Gerald 2008: Wildbienen und Grabwespen (Apoidea, Hymenoptera) auf Weideflächen im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel; Abhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft Österreich 37: 293 – 306
 
Blösch Manfred 2006: „Schlafgewohnheiten“ von Wildbienen und
Grabwespen (Hym.. Apidae, Sphecidae); Galathea 22/2: 55-66
 
NABU Info 2006: Wespen 

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