Knoblauchkröte

Pelobates fuscus

Die versteckt lebende Knoblauchkröte findet man in den östlichen Niederungen Österreichs, meist unterhalb von 200 m. Die nachtaktiven Tiere vergraben sich untertags mithilfe ihrer hornigen Grabschwielen bis zu einen halben Meter tief in lockere, sandige Böden. Der Name Knoblauchkröte beruht auf einem leicht nach Knoblauch riechendem Sekret, welches das Tier bei Bedrohung absondert. 

mehr erfahren...
Lebensraum:
Die Knoblauchkröte ist in großen Teilen Mittel- und Osteuropas beheimatet.
Bevorzugt hält sie sich in Höhenstufen unter 200 m auf, wurde aber auch schon in höheren Lagen bis zu 700 m angetroffen.
In Österreich findet man die Knoblauchkröte in den tieferliegenden Gebieten der östlichen Bundesländer, sowie entlang der Donau und der March.
Auwälder, Ruderalfluren und vegetationsarme, sandige Flächen gehören zu den primären Habitatstypen.
Als Laichgewässer dienen Seen, Weiher, Wassergräben, aber auch größere Pfützen mit viel Vegetation und Nährstoffreichtum.
 
Merkmale:
Die Knoblauchkröte wird 4 – 8 cm groß, die Weibchen sind in der Regel größer. Sie hat eine hellgraue, mit braun bis grünlich marmorierte Oberseite sowie kleine rote Punkte, vor allem an den Flanken. Die Unterseite ist meist einfärbig weißlich-gräulich.
Die Augen treten stark hervor, die Pupillen sind senkrecht. Das Trommelfell ist nicht sichtbar.
Das sicherste Bestimmungsmerkmal sind die hellen, hornigen Grabschwielen an den Fersen der Hinterbeine
 
Ökologie:
Knoblauchkröten sind außerhalb der Laichzeit rein nachtaktiv, tagsüber vergraben sie sich durchschnittlich 20 – 60 cm tief in lockeren Böden. Beobachten kann man die Tiere von März bis Oktober, die restliche Zeit überwintern sie in selbst gegrabenen Vertiefungen oder bestehenden Höhlen, wie z.B. Nagerbauten.
Erwachsene Knoblauchkröten ernähren sich hauptsächlich von kriechenden Insekten, Asseln, Würmern und Schnecken, die Kaulquappen hingegen ernähren sich von organischen Schwebstoffen und gelegentlich Aas.
Andererseits sind Amphibienlaich und –larven begehrte Nahrung für unzählige Wasserinsekten, Fische und Vögel. Adulte Knoblauchkröten haben aufgrund ihres schleimhautreizenden Sekrets weniger zu befürchten.
Knoblauchkröten werden bis zu 10 Jahre alt. Die Geschlechtsreife wird mit etwa 1 - 2 Jahren erreicht, wobei man das Geschlecht äußerlich, wenn überhaupt, nur anhand der Größe bestimmen kann, da Männchen keine Brunftschwielen oder Schallblasen besitzen. Der Paarungsruf der Knoblauchkröte ist im Gegensatz zu den Rufen vieler andere Amphibien nicht über weite Strecken hin hörbar. Er wird zumeist sehr leise und unter Wasser vorgetragen, sodass nur ein leises ‚wock..wock..wock..‘ zu vernehmen ist. Die Paarung findet von Ende März bis Juni statt, dabei werden die Weibchen vom Männchen in der Lendengegend umklammert.
Der Laich wird in Form einer dicken, 20 – 80 cm langen Schnur (ca. 1000 - 3500 Eier) spiralig um pflanzliches Material gewickelt.
Die Larven schlüpfen je nach Witterung 4 - 10 Tage nach der Eiablage und benötigen 10 - 20 Wochen zur fertigen Entwicklung. Manche Larven überwintern. Die Kaulquappen der Knoblauchkröte gehören zu den größten heimischen Amphibienlarven und werden 10 cm, in Ausnahmefällen aufgrund von Hormonstörungen sogar bis zu 22 cm groß. So fanden sie sich in früheren Notzeiten auch am menschlichen Speiseplan.
 
Die Knoblauchkröte im Seewinkel:
Die Knoblauchkröte kommt im Seewinkel va. in klaren und nicht getrübten Gewässern vor. Beim Amphibienmonitoring 2010 wurden 25 Rufgewässer und 25 Laichgewässer der Knoblauchkröte nachgewiesen. Aufgrund der leisen Lautäußerungen kann aber von einer höheren Anzahl der Rufgewässer ausgegangen werden.
Aufgrund ihrer Nachtaktivität sind Knoblauchkröten meist schwer aufzufinden.
Bei Einbruch der Dämmerung, in Verbindung mit leichtem Regen sind die Chancen aber recht gut, die Tiere an Wegen und Straßen anzutreffen. Die Gebiete Illmitzer Zicklacke, Illmitz - Hölle und Apetlon - Lange Lacke bieten gute Möglichkeiten für Beobachtungen.
 
Gefahren, Schutz und Management:
Oberste Priorität hat der Schutz der Lebensräume, denn das Verschwinden geeigneter Wasserstellen (z.B.: Lacken, Überschwemmungsflächen) hat ein Abwandern oder Aussterben der betroffenen Amphibienpopulationen zur Folge.
Managementpläne bzgl. Mahd, Schilfschnitt und Beweidung sind daher von großer Bedeutung. So können durch Beweidung Ufer offen gehalten und zu viel Vegetation vermieden werden. Bei einer geregelten Mahd, z.B. von innen nach außen, können Tiere rechtzeitig die Flucht ergreifen.
 

tl_files/images/Tiere und Pflanzen/Arteninfos/Logo_EU_LEADER_Bgld_L_RGB_mit_Rand.jpg