Mondhornkäfer

Copris lunaris

Der Mondhornkäfer ist einer der prächtigsten Vertreter der Dungkäfer. Der kotfressende Blatthornkäfer ist schwarz gefärbt und durch sein großes Horn, das er auf seinem Kopfschild trägt, leicht zu erkennen. Er hat sich auf Kuhfladen spezialisiert, von denen er sich und seine Nachkommen ernährt. 

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Koprophage (kotfressende) Käfer, werden sie genannt, der Mondhornkäfer Copris lunaris und seine Verwandten. Sie ernähren sich vom zellulosereichen Kot großer pflanzenfressender Säugetiere.
 
Dungkäfer:
Die koprophagen Käfer der Überfamilie Scarabaeidae, zu denen v.a. einige Blatthornkäferarten und die Mistkäfer zählen, sind hinsichtlich ihrer Verbreitung streng an große pflanzenfressende Säugetiere gebunden. Sie kommen bevorzugt in trockenen, warmen Gebieten vor.
Namensgebend für die Blatthornkäfer sind ihre 10-11 gliedrigen Fühler, die in einer Blätterkeule enden. Diese „Keulen“ sind hochsensible Geruchsorgane, mit denen sie sehr schnell frischen Kot, auch in weiter Entfernung, aufspüren und dann besiedeln können. Als ausgezeichnete Flieger sind sie sehr mobil. Vor allem Männchen tragen auf dem Kopf- oder Halsschild Aufsätze in Form von Hörnern, Höckern und Leisten. Bei Weibchen können diese Aufsätze auch vorkommen, wenn auch in wesentlich kleinerer Ausführung.
 
Auftreten:
Im Seewinkel sind die kotfressenden Scarabaeidae natürlich in erster Linie dort zu finden, wo sie genügend Kot von großen Weidetieren finden.
Sie haben bis auf wenige Ausnahmen nur eine Generation im Jahr. Zu sehen sind sie vor allem im Frühling und im Herbst, da die jungen Käfer oft schon im Herbst die Puppenlager verlassen und auf Nahrungssuche gehen. Sie pflanzen sich aber erst im nächsten Jahr, nachdem sie überwintert haben, fort.
 
Der Mondhornkäfer:
Copris lunaris ist eine nachtaktive Blatthornkäferart, die Kuhfladen bevorzugt. Von Mitte April bis Juni erledigt das Käferpaar sein Brutgeschäft. Dabei werden unter Rindermist (selten unter Pferdemist) Kammern angelegt, in die Dung eingetragen wird. Der Mist wird vom Weibchen zu sieben bis acht Brutbirnen geformt und darauf je ein Ei gelegt. Das Weibchen bleibt bei der Brut und bewacht sowohl die Larven als auch die Puppen. Die Larven ernähren sich während ihrer ganzen Entwicklung nur von Kuhdung. Erst wenn die neue Generation geschlüpft ist, verlässt das Weibchen zusammen mit den Jungkäfern die Kammer.
Im Seewinkel existiert nur ein gesichertes Vorkommen des Mondhornkäfers: auf den Hutweideflächen um die Lange Lacke. 2007 konnten hier auf den Weideflächen der Fleckvieh-Herde 24 Individuen entdeckt werden. Dies war im Gebiet seit 30 Jahren der größte Nachweis dieser seltenen Blatthornkäferart!
 
Gefährdung:
Der Mondhornkäfer ist in der Roten Liste Burgenlands als „vom Aussterben bedroht“ geführt. Durch große Veränderungen in der Landwirtschaft und der Abkehr von der Weidewirtschaft ist er in ganz Europa im Rückgang begriffen.
Auch die Artenvielfalt der Dungfauna ist in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Konnten im Seewinkel 1956 noch 95 Dungkäferarten aus der Gruppe der Scarabaeidae nachgewiesen werden waren es 2003 nur mehr 22 Arten. Um diesen sehr dramatischen Entwicklungen entgegen zu steuern, bedarf es einer langfristig gesicherten Weidewirtschaft, die kontinuierlich fortgeführt wird. Aber auch größere Flächen und längere Verweilzeiten auf den einzelnen Flächen würden die gefährdeten Dungkäfer fördern. 
 

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