Südosteuropäischer Grashüpfer

Dociostaurus brevicollis 

Der südosteuropäische Grashüpfer ist eine in Österreich selten gewordene Art, die erstmals im Seewinkel entdeckt und beschrieben wurde. Als Weidefolger ist diese Heuschreckenart auf sehr kurzrasige Flächen angewiesen, die sie im Seewinkel vor allem rund um die Salzlacken findet. 

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Allgemeines
Das Verbreitungsgebiet des Südosteuropäischen Grashüpfers reicht von der Slowakei, Ungarn und den Balkanländern ostwärts über Anatolien bis in das östliche Kasachstan und Kirgistan. Er bewohnt trockene Steppengebiete. Im Seewinkel bieten die Salzwiesen und trockengefallene Lacken mit ihrer niedrigen, schütteren, unter starkem Salzeinfluss stehenden Vegetation einen optimalen Lebensraum. Weitere typische Habitate sind sandige Wege, lockere schottrige Strände, aber auch brach gelegte Weingärten. Starke Beweidung fördert das Vorkommen des südosteuropäischen Grashüpfers.
 
Besonderes
Der Südosteuropäische Grashüpfer ist eine sehr seltene Art, die im Seewinkel erstmals beschrieben wurde. Sie galt Anfang der 80er Jahre als im Seewinkel ausgestorben. Grund dafür war der starke Verlust von Steppenwiesenflächen durch die Ausweitung von Äckern und Weingärten und der daraus resultierende Düngereintrag in Wiesen. Erst Maßnahmen in der Landschaftspflege schufen die Grundlage für die Wiederbesiedelung - höchstwahrscheinlich aus der ungarischen Tiefebene.
 
Jahreszeitliches Auftreten und Lebensweise
Der Südosteuropäische Grashüpfer gehört zu den Kurzfühlerschrecken. Er besitzt eine gute Tarnung und kräftige dicke Beine am Hinterleib. Als Kurzfühlerschrecke hat er einen eher kratzend klingenden Gesang, den er durch Reiben der Schrillkante der Hinterschenkel gegen eine besonders strukturierte Ader am Vorderflügel erzeugt. Das Zirpen dient der Kommunikation mit Artgenossen. Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier ab. In diesem Stadium überwintern die Grashüpfer. Im April schlüpfen Nymphen, die sich mehrmals häuten. Die erwachsene Grashüpfer sind von Ende Juni bis Anfang Oktober anzutreffen.
 
Vorkommen im Seewinkel
Seit dem Verschwinden der Art aus Niederösterreich ist das Nordburgenland die nordwestliche Verbreitungsgrenze.
Rund um die seenahen Lacken (z.B.: Albersee, Illmitzer Zicklacke, Oberstinker oder Geiselsteller) finden sich dicht besiedelte, aber sehr kleinräumige Vorkommen. Zahlreiche nicht belegte Fundorte lassen insgesamt auf einen intakten Seewinkelbestand schließen.
 
Beste Beobachtungsgebiete
Aktuell entdeckte Populationen sind relativ klein. Am Seedamm nördlich der Biologischen Station bei Illmitz und am Geiselsteller wurde größere Vorkommen nachgewiesen.
 
Schutzmaßnahmen
Ständiges Weidemanagement ist für eine Sicherung der Bestände von entscheidender Bedeutung. Die Art der Beweidung ist nicht so ausschlaggebend, es müssen lediglich genügend kurzrasige Flächen geschaffen werden. Ein Beispiel ist die extensive Haltung der Pferde auf der Przewalski-Koppel. Die durch das Wälzen der Pferde entstandenen Sandflächen werden von den Grashüpfern gerne genutzt. Andererseits ist er auch auf der von Rindern beweideten Hutweidefläche an der Langen Lacke anzutreffen.
 
Literatur
Bieringer Georg & Berg Hans-Martin 2001: Die Heuschreckenzönosen (Orthoptera) des zentralen Steinfelds im Vergleich mit ausgewählten Trockenrasen des pannonischen Raums in Ostösterreich, Stapfia 77: 175-187
 
Kaltenbach Alfred 1969: Zusammensetzung und Herkunft der Orthopterenfauna im
pannonischen Baum Österreichs, Annalen des Naturhistorischen Museums Wien 74: 159-186
 
Serikovich Baybussenov Kurmet et al. 2014: Environmental features of population dynamics of hazard nongregarious locusts in northern Kazakhstan, Life Science Journal 11: 277-281
 
NABU: Schutzprogramm gefährdete Heuschrecken des Nordburgenlandes
 
 
 

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