Heidelibellen

Gemeine Heidelibelle (Sympetrum vulgatum)

Sympetrum sp.

Von den neun in Österreich vorkommenden Arten der Gattung der Heidelibellen leben acht im Seewinkel. Die Flugzeiten der Heidelibellen reichen von Mai bis November, mit einem Höhepunkt der meisten Arten im August.
Heidelibellen sind Ansitzjäger – von Sitzwarten aus warten sie auf Beute und überraschen diese durch überfallsartige Jagdflüge. 
mehr erfahren...
Beschreibung:
Die Gattung der Heidelibellen gehört zur Unterordnung der Großlibellen (Anisoptera). Im Gegensatz zu den Kleinlibellen ist der Hinterleib der Großlibellen kräftig, ihre Vorder- und Hinterflügel haben eine unterschiedliche Gestalt und werden in Ruhe waagerecht ausgebreitet gehalten. Im Falle der Heidelibellen berühren die Augen einander. Mit Ausnahme einer schwarzen Art ist der Hinterleib der Heidelibellen-Männchen überwiegend rot gefärbt. Die Weibchen der verschiedenen Heidelibellenarten sind gelb-beige bis grünlich gefärbt.
 
Vorkommen:
Von den neun in Österreich vorkommenden Arten der Heidelibellen leben acht im Seewinkel. Drei der acht Arten sind im Gebiet sehr stark rückgängig (die Schwarze Heidelibelle, die Gefleckte Heidelibelle und die Gebänderte Heidelibelle). Die bevorzugten Lebensräume dieser Gattung im Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel sind der Schilfgürtel, die Lacken, Kanäle und Schottergruben, wobei es artspezifische Unterschiede gibt.
Die Flugzeiten der Heidelibellen umfassen den Zeitraum von Mai bis November, mit einem Höhepunkt der meisten Arten im August.
 
Nahrungserwerb:
Großlibellenlarven ernähren sich von anderen Wasserinsekten, Wassermilben und Würmern bis hin zu Kaulquappen und Jungfischen. Sie lauern zwischen Wasserpflanzen und Schlamm verborgen auf Beute. Eine umgestaltete Unterlippe (auch Fangmaske genannt), die im Ruhezustand an die Kopfunterseite angelegt ist, dient zum Ergreifen der Nahrung. Sie wird, sobald Beute in die Nähe kommt, vorgeschnellt. Endhaken bohren sich in das Beutetier hinein und machen ein Entkommen fast unmöglich. Die Beute wird daraufhin zerstückelt und verzehrt.
Die erwachsenen Heidelibellen (Imagines) erbeuten ihre Nahrung im Flug. Sie sind sogenannte Ansitzjäger. Von Sitzwarten aus, die gegen Konkurrenten verteidigt werden, warten sie auf Beute und überraschen sie durch überfallsartige Jagdflüge. Die bedornten Mittel- und Hinterbeine der Libellen werden dabei nach vorne geschoben und bilden einen effektiven Fangkorb, um Fluginsekten zu erbeuten.
 
Gefährdungsstatus nach der Roten Liste der Libellen Österreichs:
Schwarze Heidelibelle Sympetrum danae (LC), Gefleckte Heidelibelle Sympetrum flaveolum (CR),  Frühe Heidelibelle Sympetrum fonscolombii (NT), Südliche Heidelibelle Sympetrum meridionale (CR), Gebänderte Heidelibelle Sympetrum pedemontanum (VU), Blutrote Heidelibelle Sympetrum sanguineum (LC), Große Heidelibelle Sympetrum striolatum (LC), Gemeine Heidelibelle Sympetrum vulgatum (LC).
 
LC = Least Concern – Nicht gefährdet
NT = Near Threatened - Gefährdung droht
VU = Vulnerable - Gefährdet
CR = Critically Endangered – vom Aussterben bedroht
 

Förderleiste