Wechselkröte

Bufotes viridis

Die Wechselkröte ist leicht an ihrer Färbung etkennbar: auf einer hellen Grundfarbe befinden sich dunkelgrüne, scharf abgegrenzte Flecken. Sie zählt zu den Pionierarten unter den Amphibien und besiedelt rasch neu entstandene Wasserflächen. Selbst der erhöhte Salzgehalt in den Sodalacken des Seewinkels stellt für diese Art kein Problem dar.

mehr erfahren...
Lebensraum:
Die Wechselkröte ist vom nördlichen Afrika über das mittlere und südliche Europa bis hin zur Mongolei und Tibet beheimatet.
Neuere Untersuchungen weisen aber auf eine Trennung 5 verschiedener Formen (Arten) hin, womit sich der Lebensraum der mitteleuropäischen Wechselkröte von Westdeutschland bis Griechenland und nördlich vom Schwarzen Meer bis nach Kasachstan zum Baltikum hin zieht.
Als Steppentier ist sie im Allgemeinen in Höhenlagen unter 400 m verbreitet, doch wurde die Art auch in Höhen bis zu 4500 m (Himalaya-Gebiet) nachgewiesen.
In Österreich findet man die Wechselkröte in östlichen Flach- und Beckenlagen, sowie entlang der Donau und der March. Weiters kann sie entlang von Tallandschaften in den Alpenraum eindringen (Inntal in Tirol).
Ruderalflur, Grünland, Agrarland und vegetationsarme Flächen gehören zu den primären Habitatstypen.
Als Laichgewässer dienen seichte, stehende und vegetationsarme Gewässer, welche mitunter auch trüb und salzig sein können. Die Wechselkröte gilt als Pionierart, d.h. sie besiedelt sehr rasch neu entstandene Gewässer (größere Pfützen, Überschwemmungsflächen). Dadurch ist der Konkurrenzdruck für die Larven gering, die Gefahr, dass das Gewässer austrocknet bevor die Metamorphose vollzogen ist, aber deutlich erhöht. Die Larven sind im Vergleich zu denen anderer heimischer Froschlurche sehr salztolerant und können so auch in den Salzlacken des Seewinkels überleben.
 
Merkmale:
Die Wechselkröte wird 6 – 10 cm groß, wobei Weibchen in der Regel größer sind. Sie hat oberseits ein ‚Landkartenmuster‘ aus großen, grünen Flecken auf hellgrauem Untergrund, durchmischt von kleinen roten Warzen, vor allem an den Flanken. Die Unterseite ist meist einfärbig weißlich-gräulich.
Die Pupillen sind rund bis waagrecht. Das Trommelfell ist deutlich sichtbar.
 
Ökologie:
Wechselkröten sind generell nachtaktiv. Untertags vergraben sie sich oft in sandigen, lockeren Böden, können bei Regen aber auch an der Oberfläche beobachtet werden. Die allgemeine Aktivitätsperiode ist von Anfang März bis Oktober. Als Steppentier ist sie wärme- und kältetolerant. Den Winter verbringen sie in unterirdischen Verstecken, unter Steinen, Baumstämmen, etc., wo die Temperatur nicht unter den Gefrierpunkt fallen darf.
Erwachsene Wechselkröten ernähren sich hauptsächlich von kriechenden Insekten, Asseln, Würmern und Schnecken, die Kaulquappen hingegen ernähren sich von Algen und pflanzlichen Resten. Andererseits sind Amphibienlaich und –larven begehrte Nahrung für unzählige Wasserinsekten, Fische und Vögel. Adulte Wechselkröten haben aufgrund ihres schleimhautreizenden Sekrets weniger zu befürchten.
Wechselkröten werden in der Regel 5 - 15 Jahre alt, die Geschlechtsreife wird mit etwa 3 - 5 Jahren erreicht. Das Geschlecht lässt sich in der Paarungszeit anhand von dunklen Brunftschwielen an den Handballen der Männchen erkennen.
Männchen besitzen eine kehlständige Schallblase mittels derer sie im Flachwasser den trillernden Paarungsruf erzeugen: ‚rrrrrrrr... rrrrrrrr...‘, der leicht mit dem Ruf der Maulwurfsgrille verwechselt werden kann.
Die Paarung findet von April bis Juni statt. Die Männchen halten die Weibchen dabei mit dem sogenannten Klammergriff unterhalb der Achseln fest. Die Laichschnüre der Wechselkröte sind 2 – 4 m lang und werden in Zweierreihe am Gewässerboden oder an pflanzlichem Material befestigt. Ein Weibchen legt dabei 2000 - 15 000 Eier.
Die Larven schlüpfen je nach Witterung 3 - 7 Tage nach der Eiablage und benötigen 8 - 16 Wochen zur fertigen Entwicklung.
 
Die Wechselkröte im Seewinkel
Die Wechselkröte kommt im Seewinkel v.a. in trüben Gewässern vor. In manchen Sodalacken ist sie die einzige nachweisbare Amphibienart, da sich ihre Larven, im Gegensatz zu anderen Froschlurchen, aufgrund der Salztoleranz auch in salzhaltigen Gewässern entwickeln können. Beim Amphibienmonitoring 2010 war die Wechselkröte mit ca. 30 Rufgewässern verteten, Laich konnte in ca. 15 Gewässern gefunden werden.
Bei Einbruch der Dämmerung in Verbindung mit  leichtem Regen sind die Chancen sehr gut, die Tiere an Wegen, Straßen und in Ortschaften anzutreffen. Die Gebiete um die Illmitzer Zicklacke,  die Illmitzer Hölle und um die Lange Lacke bieten gute Möglichkeiten für Beobachtungen.
 
Gefahren, Schutz und Management:
Oberste Priorität hat der Schutz der Lebensräume, denn das Verschwinden geeigneter Wasserstellen (z.B.: Lacken, Überschwemmungsflächen) hat ein Abwandern oder Aussterben der betroffenen Amphibienpopulationen zur Folge.
Managementpläne bzgl. Mahd, Schilfschnitt und Beweidung sind daher von großer Bedeutung.
Durch Beweidung bleiben Flächen vegetationsarm, offene, zum Teil sandige Stellen werden gefördert, was der Wechselkröte zu Gute kommt.
 

Förderleiste