Wildbienen

 
Apiformes
 
Als Wildbienen bezeichnet man alle Bienenarten, die nicht domestiziert wurden. Viele Wildbienen sind sogenannte Solitärbienen, die sich alleine um ihre Brut kümmern. Im Seewinkel kommen insgesamt 81 Arten vor. Diese sind hauptsächlich auf beweideten Flächen zu finden. Dies zeigt, wie wichtig Beweidung als Managementmaßnahme im Nationalpark ist.
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„Wildbienen“ sind alle jene Bienen und Hummeln, die nicht domestiziert sind. Weltweit gibt es etwa 20.000 Bienenarten; in Österreich sind etwa 690 Arten vertreten - 81 davon wurden im Seewinkel gefunden. Nicht alle Bienen leben wie die westliche Honigbiene Apis melifera (L.) in großen Staaten. Viele Wildbienen sind sogenannte Solitärbienen, die sich alleine um ihre Brut kümmern.
Alle Bienen sind – im Gegensatz zu den Wespen – Vegetarier. Sie ernähren sich zeitlebens von Nektar und Pollen. Auch ihre Nachkommen versorgen die Weibchen mit einem Vorrat an Nektar und Pollen.
 
Besonderes
Die Weibchen können selbst bestimmen, welche Eier sie befruchten und damit das Geschlecht ihrer Nachkommen beeinflussen: nur befruchtete Eier entwickeln sich zu Weibchen, Männchen schlüpfen aus unbefruchteten.
Übrigens: die älteste fossile Biene (Cretotrigona prisca) datiert aus der späten Kreidezeit und ist etwa 80 Millionen Jahre alt.
 
jahreszeitliches Auftreten und Lebensweise
Schon zeitig im Frühjahr kann man die ersten Wildbienen-Arten antreffen, besonders im Osten Österreichs, wo der Frühling besonders früh beginnt.
Bei vielen Arten schlüpfen die Männchen zuerst, um sich mit den frisch geschlüpften Weibchen zu paaren.
Die Eier werden in Gänge im Boden oder hohlen Stängeln (zB geschnittenes Schilfrohr) abgelegt; andere, zB die Mauerbienen, bauen kunstvolle Tönnchen aus Ton. Dort durchlaufen sie ihre Verwandlung von Ei zu Larve und schließlich zur Puppe. Im Puppenstadium wird überwintert und im Frühling schlüpft daraus eine Biene. Einige Arten jedoch treten erst spät im Jahr auf, hier überwintern die erwachsenen Tiere.
 
Vorkommen im Seewinkel
Wildbienen benötigen trockene Standorte mit extensiv genutzten Wiesenflächen und Trockenrasen mit zahlreichen Blütenpflanzen. Da der Seewinkel reich an solchen Flächen ist kann man Wildbienen beinahe überall antreffen.
 
beste Beobachtungsgebiete
Die besten Chancen, Wildbienen anzutreffen, sind die beweideten Flächen im Nationalpark, etwa die Graurinderweide südlich von Illmitz, die Eselweide am Sandeck oder die Pferdeweide im Seevorgelände südlich von Podersdorf.
 
Schutzmaßnahmen
Offene Flächen, extensive Weideflächen, sowie Trockenrasen und Schilfhalme sind die bevorzugten Lebensräume der Wildbienen. Daher sind die Managementmaßnahmen, die der Nationalpark mit Beweidung, Mahd und Schilfschnitt setzt, wichtige Schutzmaßnahmen für Wildbienenarten.
 
Literatur
Charles D. Michener 2007: The Bees of the World (second edition)
 
Hölzler Gerald 2008: Wildbienen und Grabwespen (Apoidea, Hymenoptera) auf Weideflächen im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel; Abhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft Österreich 37: 293 – 306
 
Zettel Herbert, Zimmermann Dominique & Wiesbauer Heinz 2013: Die Bienen und Grabwespen (Hymenoptera: Apoidea) im Donaupark in Wien (Österreich); Sabulosi 3: 1-23
 

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