Fadenförmige Grünalgen

Spirogyra

Häufig sieht man an der Wasseroberfläche der Salzlacken im Sommerhalbjahr gelbliche Matten schwimmen. Diese werden von fadenförmigen Grünalgen gebildet. Wie man sich denken kann, spielt so ein Massenauftreten von Algen eine wesentliche Rolle im Ökosystem der Lacken. Durch die Photosyntheseleistung der Algen werden Stoffwechselkreisläufe im Gewässer und im Sediment beeinflusst. Außerdem dient das Algengeflecht als Lebensraum sowie Futterplatz für eine Vielzahl an kleinen Wasserlebewesen. 

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Algenmatten auf der Langen Lacke

Algen sind pflanzliche Organismen, die wie Moose und Flechten zu den Niederen Pflanzen zählen. Wie alle Pflanzen betreiben auch sie Photosynthese. Deshalb benötigen sie die Energie des Sonnenlichts, um Wachsen und Leben zu können. In den Salzlacken ist aufgrund der hohen Trübe wenig Licht vorhanden. Außerdem ist der hohe Salzgehalt eine Herausforderung. Darum findet man in diesen Gewässern keine allzu große Algenvielfalt. Dafür gibt es speziell an diese Bedingungen angepasste Arten, die den Widrigkeiten trotzen können.

In der warmen Jahreszeit fallen Besuchern des Nationalparks oft die riesigen, gelben Teppiche auf, die Teile der Lacken bedecken. Diese setzen sich aus fadenförmigen Grünalgen zusammen, die sich bei warmen Wassertemperaturen in Massen ausbreiten. Das Massenauftreten von Grünalgen spielt eine wesentliche Rolle im Ökosystem der Sodalacken. Das Geflecht aus Algenfäden bietet Lebensraum sowie Futter- und Rückzugsplätze für eine Vielzahl verschiedener Wasserlebewesen und erhöht dadurch die Biodiversität in den Gewässern. Außerdem bieten die Matten Platz für kleinere, aufwachsende Algen, die wiederum von Insektenlarven abgeweidet und als Nahrung verwendet werden.

Als eine besondere Sensation gilt die Entdeckung, dass Weißbartseeschwalben (Chlidonias hybridus) auf den Algenmatten einer Lacke brüten, da dies den ersten Brutnachweis für diese Vogelart in Österreich darstellt. Außerdem können Algenmatten einen wesentlichen Anteil an der Photosyntheseleistung in Gewässern beisteuern, der bis zu 90% der gesamten Primärproduktion betragen kann. Darüber hinaus beeinflussen sie Nährstoffkreisläufe und chemische Prozesse im Sediment.

Will man fadenförmige Grünalgen nicht nur als gelbe Teppiche in den Salzlacken sehen, sondern ihre feingliedrige Struktur bis auf Zellniveau inspizieren, so macht man am Besten bei einer Mikrokosmos-Exkursion des Nationalparks mit. Dabei kann man die Algenfäden unter dem Mikroskop betrachten und hie und da sieht man auch mikroskopisch kleine Tierchen zwischen den Algenfäden herumflitzen.

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