Große Pechlibelle

Ischnura elegans

Die Große Pechlibelle wird zur Unterordnung der Kleinlibellen (Zygoptera) gezählt, und ist eine der am weitesten verbreiteten und häufigsten Libellenarten Europas. Abhängig von den im Seewinkel stark fluktuierenden Wassersständen kann es in „guten“ Wasserjahren zu sehr großen Populationen dieser Art kommen.

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Lebensraum:
Die Große Pechlibelle wird zur Unterordnung der Kleinlibellen (Zygoptera) gezählt, und ist eine der am weitesten verbreiteten und häufigsten Libellenarten Europas. Sie ist an stehenden und langsam fließenden Gewässern anzutreffen und toleriert einen gewissen Salzgehalt. Die Bestände der Großen Pechlibelle sind im Gebiet des Neusiedler Sees und des Seewinkels für Österreich von großer Bedeutung. Im Seewinkel ist die Große Pechlibelle an allen Gewässertypen – den Salzlacken, dem Ostufer des Neusiedler Sees mit seinem Schilfgürtel und dem Seevorgelände, sowie an den Entwässerungsgräben und -kanälen – zu finden. Auch wenn diese Art an den Salzlacken rückläufig ist, kommt sie im Seewinkel sehr häufig vor und nimmt sogar in ihrer Individuenzahl deutlich zu. Abhängig von den im Seewinkel stark fluktuierenden Wassersständen, kann es in „guten“ Wasserjahren zu sehr großen Populationen dieser Art kommen.
 
Beschreibung:
Die Große Pechlibelle hat, wie für Kleinlibellen charakteristisch, einen schlanken Körper, ihre Augen sind durch den Kopf weit voneinander getrennt und ihre Flügel in der Ruhehaltung geschlossen. Ihr Name rührt von der bei Männchen und Weibchen gleichermaßen schwarz gefärbten Oberseite. Während das erwachsene Männchen in nur einer Farbvariante auftritt, gibt es unter den adulten Weibchen drei verschiedenen Farbvarianten.
 
Paarung:
Das Männchen verankert bei der Paarung seine Hinterleibs-Anhänge an der Vorderbrust des Weibchens und bildet mit ihr eine Paarungskette, auch Tandem genannt. Das Weibchen wird dadurch in einen inaktiven Zustand versetzt. Diese Phase dauert bei der Großen Pechlibelle einige Minuten bis zu einer Stunde. Bei der darauffolgenden eigentlichen Paarung krümmt das Weibchen ihr Abdomenende zum sekundären Kopulationsorgan des Männchens am zweiten Hinterleibsegment (das Sperma wird im Abdomenhinterende produziert und an die Abdomenbasis überführt) und es erfolgt die Spermaübertragung – das einzigartige Paarungsrad wird gebildet. Einige Zeit nach der Paarung, am späten Nachmittag oder Abend, legt das Weibchen die Eier alleine in unregelmäßigen kleinen Gruppen an schwimmenden Pflanzenteilen ab.
 
Entwicklung:
Das Larvenstadium der Großen Pechlibelle dauert in der Regel ein Jahr. Wie bei allen Libellenarten leben die Larven während der gesamten Entwicklungsphase im Wasser und ernähren sich räuberisch. Während dieser Zeit häuten sie sich mehrmals um wachsen zu können und kommen erst zur letzten Häutung an Land. Das ausgewachsene Insekt (Imago) schlüpft zwischen Mai und August - dies ist auch die beste Beobachtungszeit für die Große Pechlibelle im Seewinkel.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Libellenarten, die ausschließlich bei sonnigem, windstillem Wetter durch die Lüfte fliegen, ist die Große Pechlibelle relativ unabhängig von der Witterung. Selbst bei kühlem Wetter und sogar bei leichtem Regen ist sie unterwegs und pflanzt sich fort.
Weil explosionsartige Populationsentwicklungen der Großen Pechlibelle an manch neu angelegten Gewässern auffällig sind, wird sie auch „Besiedlerin der ersten Stunde“ genannt.
 
Gefährdungsstatus
Die Große Pechlibibelle ist nach der Roten Liste der Libellen Österreichs nicht gefährdet (LC).

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