Naturraum Neusiedler See

Der Steppensee liegt zwischen den letzten, östlichsten Ausläufern der Alpen im Westen und dem westlichsten Teil der Kleinen Ungarischen Tiefebene, dem Seewinkel, im Osten. Die Staatsgrenze zwischen Österreich und Ungarn folgt also keinen naturräumlichen Gegebenheiten. Auch aus biologischer Sicht ist das Neusiedler See - Gebiet ein Grenzraum, geprägt von Elementen verschiedener Landschaftsräume: alpine, pannonische, asiatische, mediterrane und nordische Einflüsse machen sich bemerkbar, was zur hohen Artenvielfalt erheblich beiträgt.

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Fünf verschiedene Landschaften gehören zum Naturraum Neusiedler See:

Geographische Gliederung
    • Im Westen begrenzt das Leithagebirge, bis 440 Meter hoch, auf einer Länge von etwa 30 km das Gebiet.
    • Im Norden liegt, etwa 40 Meter über dem Seebecken, die 200 Quadratkilometer große Schotterterrasse der Parndorfer Platte. 
    • Im Südosten, größtenteils auf ungarischem Staatsgebiet, dehnt sich der Hanság auf etwa 460 Quadratkilometern aus.
    • Im Osten, zwischen Parndorfer Platte und Einserkanal, erstreckt sich die Tiefebene des Seewinkels auf circa 450 Quadratkilometer.
    • An der tiefsten Stelle der Kleinen Ungarischen Tiefebene liegt der Neusiedler See in einer abflusslosen Wanne auf rund 113 Metern (Seeboden), heute etwa 320 Quadratkilometer groß.

Das Mosaik der Kulturlandschaft

Von den ursprünglich weit verbreiteten Eichenwäldern sind heute nur noch kleine Reste vorhanden

Eichenwälder prägten vor der Besiedlung durch neolithische Kulturen das Landschaftsbild des Seewinkels. Extrem trockene oder salzhaltige Stellen wiesen schon damals geringen oder gar keinen Gehölzbewuchs auf. Große Pflanzenfresser hielten vermutlich mehr oder weniger große Bereiche waldfrei und wurden später gewissermaßen durch Herden von Haustieren "ersetzt".

Die Landschaft des Seewinkels wurde über Jahrhunderte hinweg durch menschliche Einflussnahme geprägt. Auf die Rodungen folgten Weidewirtschaft und Heumahd, in späterer Folge Entwässerungsmaßnahmen.

Traditionelle Hutweidehaltung an der Langen Lacke

Noch nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in vielen Orten die großen Herden auf gemeinschaftlichen Weideflächen.

Diese Form der Viehhaltung hatte eine lange Tradition: das Nutz- und Jungvieh eines Dorfes (Zugochsen, Kühe, Pferde, Schweine, Schafe, Gänse) wurde jeden Morgen zwischen Gregori (12. März) und Michaeli (29. September) von Hirten auf die dorfnahen Weideflächen und abends wieder in die Stallungen der Besitzer getrieben.