Was ist ein Nationalpark?

Ein Nationalpark ist ein weltweit eingesetztes Instrument, um einzigartige Landschaften und Lebensräume für seltene, charakteristische und bedrohte Tier- und Pflanzenarten dauerhaft zu erhalten - er ist aber weder das einzige Instrument der Naturschutzpolitik noch in jedem Fall das beste. Die Ausweisung von Landschaftsschutzgebieten oder wissenschaftlichen Reservaten erweist sich in vielen Fällen als leichter erreichbar oder besser für den Artenschutz.

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Managementziele

Die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) als weltweite Dachorganisation aller Staaten und international agierenden Naturschutzorganisationen hat sechs Kategorien von Schutzgebieten definiert. Die Kategorie II legt die Kriterien für Nationalparke fest und definiert einen Nationalpark als Schutzgebiet, das hauptsächlich zum Schutz von Ökosystemen und zu Erholungszwecken verwaltet wird.


Ein Nationalpark ist demnach ein natürliches Landgebiet oder marines Gebiet, das ausgewiesen wurde, um

  • die ökologische Unversehrtheit eines oder mehrerer Ökosysteme im Interesse der heutigen und kommender Generationen zu schützen,
  • um Nutzungen oder Inanspruchnahme, die den Zielen der Ausweisung abträglich sind, auszuschließen und um
  • eine Basis für geistig-seelische Erfahrungen sowie Forschungs-, Bildungs- und Erholungsangebote für Besucher zu schaffen. Sie alle müssen umwelt- und kulturverträglich sein.

Zu den Managementzielen zählen u.a. folgende Punkte:

  • Schutz natürlicher Regionen und landschaftlich reizvoller Gebiete von nationaler und internationaler Bedeutung für geistige, wissenschaftliche, erzieherische, touristische oder Erholungszwecke;
  • dauerhafter Erhalt charakteristischer Beispiele physiographischer Regionen, Lebensgemeinschaften, genetischer Ressourcen und von Arten in einem möglichst natürlichen Zustand, damit ökologische Stabilität und Vielfalt gewährleistet sind;
  • Besucherlenkung für geistig-seelische, erzieherische, kulturelle und Erholungszwecke in der Form, dass das Gebiet in einem natürlichen oder naturnahen Zustand erhalten wird;
  • Beendigung und sodann Unterbindung von Nutzungen oder Inanspruchnahme, die dem Zweck der Ausweisung entgegenstehen;
  • Respektierung der ökologischen, geomorphologischen oder ästhetischen Attribute, die Grundlage für die Ausweisung waren;
  • Berücksichtigung der Bedürfnisse der eingeborenen Bevölkerung einschließlich bestehender Ressourcen zur Deckung ihres Lebensbedarfs mit der Maßgabe, dass diese keinerlei nachteilige Auswirkungen auf die anderen Managementziele haben.

Es besteht für einen Nationalpark daher die Verpflichtung, wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere auch aktiv durch verschiedene Pflegemaßnahmen zu erhalten. Begleitende wissenschaftliche Forschung als Grundlage für die entsprechenden Schutz- und Pflegemaßnahmen sind aus diesem Grund für jeden Nationalpark unabdingbar. Ebenfalls als Verpflichtung, nicht als Empfehlung, ist die Aufbereitung des Naturerlebnisses für Besucher eines Nationalparks zu betrachten: Wege, Infrastruktur, Informationseinrichtungen und Programme für die unterschiedlichen Besucherschichten zählen zu diesem Aufgabenbereich.